
Die Stormarner Jungsozialistinnen und Jungsozialisten (Jusos) fordern die endgültige Stilllegung des Kernkraftwerks Krümmel in Geesthacht. Ihrer Meinung nach sind die wiederholten Störfälle keine Einzelfälle. Dazu erklärt der Kreisvorsitzende der Jusos, Tobias von Pein (24): „Atomkraft ist eine Risikotechnologie. Nicht nur in der Ukraine, auch in Deutschland lässt sich keine hundertprozentige Sicherheit garantieren. Am Atomausstieg muss deshalb festgehalten werden.“ Die Jusos fordern darüber hinaus die sofortige Abschaltung aller älteren Reaktoren noch vor dem Ablauf ihrer Endlaufzeit. Auch der Atommeiler Krümmel soll abgeschaltet bleiben: „Das Atomkraftwerk Krümmel darf nie wieder hochgefahren werden“, fügt Tobias von Pein an.
Die Jusos wollen in einem eigenständigen Jugendwahlkampf zur Bundestagswahl das Thema Energiepolitik nach vorn stellen und die Unterschiede zwischen den Parteien deutlich machen. „CDU/CSU sind in der Atompolitik reine Lobbyisten der Kraftwerksbetreiber. Der Union geht es nicht um eine sichere und nachhaltige Energieversorgung, sondern ausschließlich um die Sicherung der Gewinne durch abgeschriebene Atommeiler", meint Delara Burkhardt (16) von den Jusos aus Siek. Demgegenüber ständen SPD und Grüne für eine verlässliche, nachhaltige und sichere Energiepolitik ohne Atomkraft.
Nach Meinung der Jusos schaffe Atomkraft auch keine Arbeitsplätze: Atomanlagen hätten im Vergleich zu anderen Anlagen nur wenig Beschäftigte. In der Atomindustrie sind ca. 38.000 Menschen beschäftigt, bei den erneuerbaren Energien waren es bereits 2006 über 214.000 Menschen. Darüber hinaus gäbe es längst nachhaltige Alternativen zur gefährlichen Atomkraft. Daher fordern die Jusos mehr Investitionen in Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Solar- oder Windkraft seien zudem sicher und lieferten keinen radioaktiven Müll. „Wir wollen nicht, dass unsere Steckdose strahlt. Deshalb wollen wir keinen Atomstrom, weder heute noch in Zukunft“, so Tobias von Pein.